Menschen, Tiere und Pflanzen in der Sahara


Das lebensfeindliche Zentrum der Sahara ist für eine menschliche Besiedlung denkbar ungeeignet. Nur rund um die Oasen und an den Rändern der Wüste gibt es größere Ansiedlungen, wo ungefähr 60 Prozent der Sahara-Bewohner sesshaft geworden sind. Die restliche Bevölkerung führt ein Nomaden- oder Halbnomadenleben und umfasst bekannte Volksgruppen wie die Tuareg oder die Tubu, welche in der westlichen Sahara und im Sahel umherziehen. Kombinationen aus nomadenhafter Viehzucht und sesshafter Landwirtschaft sind heute häufiger zu finden als das reine Nomadentum.

Ein Großteil der Sahara ist nicht nur menschenleer, er ist auch vollständig vegetationslos. In den restlichen Gebieten haben sich, je nach Bodenbeschaffenheit, die saftreichen Sukkulenten oder Kleinsträucher und Gräser ausgebreitet. Vereinzelte Bäume erreichen kaum die Höhe von drei Metern, haben aber ein Wurzelwerk ausgebildet, welches auch noch in 30 Meter Tiefe Grundwasser aufnehmen kann. Andere Pflanzen haben sich zu extremen Flachwurzlern mit ähnlich bemessenem Wurzelradius entwickelt, um sich mit ausreichend Feuchtigkeit aus dem Boden versorgen zu können. Pflanzen mit größerem Blattwerk können in der Sahara nur regional begrenzt und in den kurzen Feuchtperioden existieren.

Auch die Tierwelt der Sahara hat sich auf ihr extremes Lebensumfeld eingestellt, konnte sich aber angesichts der Umstände vielfältig entwickeln: Gazellen, Antilopen, Geparden, Hyänen, Igel, Fledermäuse, verschiedene Nager, Käfer, Skorpione und Schlangen bevölkern die Wüste und ihre Randgebiete. Während in europäischen Breiten manche Tiere einen Winterschlaf halten, nutzen Sporenschildkröten in der südlichen Sahara die Dürrezeit für eine Ruhephase. Wüstenspringmäuse benötigen überhaupt kein Wasser, sondern nehmen Flüssigkeit nur mit der Nahrung auf. Der Wüstenfuchs nutzt seine großen Ohren nicht nur zum Auffinden von Beute sondern auch zur Abstrahlung von Körperwärme, während manche Eidechsenarten über ihre Haut Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen können. Fast jede Spezies hat in ihrem Organismus und Stoffwechsel ähnliche Besonderheiten entwickelt, um in dem kargen Umfeld der Sahara überleben zu können.